Anwesenheitsbasierte Heizungssteuerung mit Fhem und Homematic HM-CC-RT-DN

Auch wenn es bisher für einen Dezember noch recht mild ist, hier ein Kochrezept für eine anwesenheitsbasierte Heizungssteuerung mit Fhem und dem Homematic Thermostat HM-CC-RT-DN. Die Lösung ist zwar nicht ganz so intelligent wie ein Google Nest schont aber den Geldbeutel.

Bei der Inbetriebnahme des HM-CC-RT-DN zeigt dieses kurz die Firmware an. Gegebenenfalls sollte nach dem Pairing ein Update der Firmware auf Version 1.4 durchgeführt werden.

Zuerst muss das Thermostat mit Fhem gepaart werden. Dazu die CUL oder besser VCCU in den Pairingmodus versetzen:

Auf dem HM-CC-RT-DN die „Boost“-Taste für 3 Sekunden gedrückt gehalten. Beim Pairing ist es wichtig einen Abstand von ca. 1,5-2 m zum CUL zu haben. Falls das Pairing erfolgreich war sollte das Display ein „ACC“ anzeigen. Wichtig ist dass danach ein PairedTo 0x123456 Reading existiert, sonst ist es nicht gepaired.

Nun sollte die korrekte Einrichtung des HM-CC-RT-DN Thermostats mit dem Tool HMInfo überprüft werden.

Für jedes Thermostat sollte das automatische Register auslesen aktiviert werden:

Falls ein Firmwareupdate auf Version 1.4 durchgeführt werden soll kann dies nun geschehen. Das Pairing geht dabei nicht verloren. Zuerst ist die neue Firmware im Fhem-Rootverzeichnis bereitzustellen:

Dann ist das HM-CC-RT-DN in den Bootloadermodus bringen. Dazu die Batterien aus dem Thermostat entnehmen und beim Wiedereinlegen der Batterien die Linke und Rechte Bedientaste am Gerät gedrückt halten, bis „FUP“ im Display erscheint. Nun kann in Fhem das update angestossen werden:

Nun können per HMInfo Temperaturprofile für verschiedene Anwesenheitsmodi gesetzt werden. Standardmäßig liegen diese im Fhem root in Form einer tempList.cfg vor und könnten folgendermaßen aussehen:

entities:Wohnzimmerheizung_Clima
R_0_tempListSat>06:00 17.0 22:00 23.0 24:00 17.0
R_1_tempListSun>06:00 17.0 22:00 23.0 24:00 17.0
R_2_tempListMon>06:00 17.0 22:00 23.0 24:00 17.0
R_3_tempListTue>06:00 17.0 22:00 23.0 24:00 17.0
R_4_tempListWed>06:00 17.0 22:00 23.0 24:00 17.0
R_5_tempListThu>06:00 17.0 22:00 23.0 24:00 17.0
R_6_tempListFri>06:00 17.0 22:00 23.0 24:00 17.0

Unter entities sind die Thermostate aufgeführt für die das Temperaturprofil gültig sein soll.
Das Profil an sich:
06:00 17.0 22:00 23.0 24:00 17.0
bedeutet jeweils:
06:00 17.0 : 00:00 bis 06:00 = 17.0
22:00 23.0 : 06:00 bis 22:00 = 23.0
24:00 17.0 : 22:00 bis 24:00 = 17.0

Da für eine anwesenheitsgesteuerte Heizung Temperaturprofile für jeden Anwesenheitszustand vorgehalten werden müssen, empfiehlt es sich die Temperaturprofile in einem separaten Ordner, bei mir „Temperaturprofile“, zu speichern. Der BasePath kann per:

gesetzt werden. Zur Anlage der entsprechenden Temperaturprofile ziehen wir uns erstmal das aktuelle Temperaturprofil von den Thermostaten:

Dieses kann dann nach Gusto kopiert und verändert werden. Dabei stellt sich sofort die Frage:

Was ist die ideale Schlafzimmertemperatur?

Es darf nicht so kalt sein, dass der Körper im Schlaf gegen Unterkühlung ankämpfen und sich dabei verkrampft. Aber es darf auch nicht zu warm sein, denn dann schwitzt man leicht und deckt sich ab, was wiederum Verkühlungen und Muskelverspannungen nach sich ziehen kann. Im Allgemeinen wird eine Schlafzimmertemperatur von 16 – 18° C empfohlen.

Was ist die ideale Wohnzimmertemperatur?

Die empfohlene Wohnzimmertemperatur liegt zwischen 21 – 23° Celsius.

Folgende Profile sollten angelegt und auf individuelle Schlaf- und Wohnzimmerbenutzung angepasst worden sein:

tempListPresent.cfg
tempListAbsent.cfg
tempListGone.cfg

Sie können nun jeweils per HMInfo gesetzt werden:

Selbstverständlich sollten diese Temperaturprofile abhängig von der Anwesenheit der Bewohner automatisch gesetzt werden. Dazu werden einfach entsprechende Watchdogs definiert:

Es kann sein dass beim restoren der Temperaturprofile der Fehler: „tempList not verified“ auftritt.
Das kann daran liegen dass das Schreiben des Temperaturprofils noch nicht von Fhem verifiziert wurde um Sicherzustellen dass die Übertragung auch fehlerfrei geklappt hat. Das restobren kann ohne Burst modus bis zu 3 Sendezyklen à 3 Minuten dauern. Wenn man dann also direkt nach dem restore ein verify macht, bekommt man eine Fehlermeldung da das Temperaturprofil ja unter Umständen noch nicht vollständig in die Register des Thermostats geschrieben wurden.

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